Alle erreichen, niemanden verlieren
FABINEK war bei der Bundeskonferenz Kommunales Bildungsmanagement am 16. und 17. Juni 2026 in Berlin dabei, die vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) ausgetragen wurde.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Bundeskonferenz mit dem Titel „Gemeinsam für mehr Bildungsgerechtigkeit vor Ort“ stand die Frage, wie Kommunen Bildungsbiografien besser unterstützen können. Konkret geht es darum, strukturelle Barrieren abzubauen und allen Menschen Zugänge zu besseren Bildungschancen zu ermöglichen - unabhängig von Herkunft, sozialem Hintergrund oder Lebenslage. (Wie nötig das ist, unterstreicht der brandneue Nationale Bildungsbericht >>>)
Gerechte Bildung für nachhaltige Entwicklung
Die Fachstelle Bildung für Nachhaltige Entwicklung (FABINEK) hat das Thema Bildungsgerechtigkeit mit einem eigenen Programmpunkt auf der Bundeskonferenz vertieft: Wie können Kommunen auch teilhabeentfernte Gruppen mit ihren Bildungsangeboten zu nachhaltiger Entwicklung erreichen?
Unterstützt wurde das FABINEK-Team durch Dr. Agne Tonkunaite-Thiemann aus Dessau-Roßlau und Theo Chimonides aus Stuttgart, die ihre Erfahrungen und Erkenntnisse in der Fishbowl-Diskussion teilten (siehe Foto).
Die zentralen Erkenntnisse aus der Diskussion mit kommunalen Bildungsmanager:innen waren:
Mobilität und Erreichbarkeit spielen vor allem, aber nicht nur in ländlichen Regionen eine große Rolle bei der Frage, ob jemand an einer Bildungsveranstaltung teilnimmt. Große Distanzen und Kosten für ihre Überwindung halten Menschen von Bildungsangeboten fern. Bezahlbarer ÖPNV oder durch die Kommune organisierte Busfahrten können Abhilfe schaffen.
- Aktives Aufsuchen und persönlicher Kontakt zu Vereinen, Initiativen und Ehrenamtlichen sind entscheidend, etwa bei Migrantenorganisationen oder der Behindertenhilfe. Regelmäßige Besuche von Veranstaltungen schaffen Vertrauen und helfen dabei, Kooperationen aufzubauen.
- Sprache kann ausschließend wirken. Bei Einladungstexten und Impulsen sollte auf Fachsprache verzichtet und besser leichte Sprache verwendet werden.
- Fachkräfte & Multiplikator:innen einbinden, denn auch für sie wirkt BNE oft überkomplex und akademisch. Darüber hinaus verfügen sie sowohl über große Expertise als auch gute Kontakte, die wichtig sind, um teilhabeentfernte Gruppen zu erreichen.
Erklärung „Gemeinsam für starke kommunale Bildungslandschaften“

Die Bundeskonferenz 2026 machte deutlich, dass in den Kommunen schon viel getan wird. Gleichzeitig fehlen aber Daten über die Wirkung der einzelnen Förderprogramme, wie Prof. Dr. Marcel Helbig vom Bamberger Leibniz-Institut für Bildungsverläufe in seiner Keynote herausstellte: „Die Kommunen tun viel, wissen aber wenig über die Effekte“.
Um hier Abhilfe zu schaffen, haben das BMBFSFJ, die Länder und die kommunalen Spitzenverbände eine gemeinsame Erklärung zur Stärkung kommunaler Bildungslandschaften auf den Weg gebracht, die auf der Bundeskonferenz vorgestellt wurde.
Über die Bundeskonferenz Kommunales Bildungsmanagement
Die Bundeskonferenz bringt seit zehn Jahren regelmäßig Akteurinnen und Akteure aus Kommunen, Politik, Wissenschaft und Bildungsorganisationen zusammen, um den Austausch und Fachdiskurs über die Gestaltung kommunaler Bildungslandschaften und Bildungsstrukturen zu fördern. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der Begleitung der geförderten Kommunen in den Programmen „Bildungskommunen“ und „Ganztag in Bildungskommunen“.
Die Dokumentation der Veranstaltung wird von den Konferenzveranstaltenden in Kürze veröffentlicht.
